Das Konzept beschreibt die Arbeitsschwerpunkte, die sich an unseren grundsätzlichen Anliegen und Zielen orientieren.
Inhalt
1. Erläuterungen
1.1. Konzept des Rehabilitations-
Zentrums Lutzenberg
1.2. Auftrag
1.3. Arbeitsauftrag
1.4. Suchtverständnis
1.5. Angebot und Dienstleistungen
1.6. Rehabilitationsziele
2. Konzept des Rehabilitations-
Zentrums Lutzenberg
A. Rehabilitation
2.1. Zugänglichkeit und Aufnahme-
verfahren
2.2. Eintritt und Start in die
Rehabilitation
2.3. Schwerpunkte der Rehabilitation
2.4. Wohnexternat
2.5. Austritt
2.6. Nachbetreuung
B. Weitere Dienstleistungen
2.7. Information und Öffentlichkeits-
arbeit
2.8. Aus- und Fortbildung
2.9. Forschung
1. Erläuterungen
1.1. Das Konzept des RehabilitationsZentrums Lutzenberg
Dieses Konzept beschreibt die Arbeitsschwerpunkte des RehabilitationsZentrums Lutzenberg. Es orientiert sich an den grundsätzlichen Anliegen und Ziele, wie sie in unserem Leitbild beschrieben sind. Aktuelle Entwicklungen und Anpassungen werden dabei laufend berücksichtigt. Das Konzept beschreibt unsere Arbeitsbereiche:
Stationäre Rehabilitation
- Wie ist der Eintritt organisiert?
- Welches sind die wesentlichen Inhalte und Ziele der Rehabilitation?
- Wie ist der Austritt organisiert?
Dazu bietet dieses Konzept einen Orientierungsrahmen. Die Detailregelungen sind in der Hausordnung und im Wochenplan festgehalten. Diese sind für alle Klientinnen und Klienten des RehabilitationsZentrums Lutzenberg verbindlich. Die Aufbau- und Ablauforganisation ist in der Qualitätsdokumentation festgehalten und wird jährlich durch die Schweizerische Vereinigung für Qualitäts- und Management-Systeme SQS auf ihre Normenkonformität nach ISO 9001:2008, OHSAS 18001:2007, BSV-IV 2000, QuaTheDA Basismodul und QuaTheDA Modul Stationäre Suchttherapie und –rehabilitation überprüft.
Weitere Dienstleistungen als Kompetenzzentrum
Das RehabilitationsZentrum Lutzenberg verfügt über ein breites Wissen zum Thema "Sucht und deren Behandlung". Es stellt dieses Wissen interessierten Dritten als Dienstleistung zur Verfügung. Dabei stehen folgende Bereiche im Vordergrund:
- Information und Öffentlichkeitsarbeit
- Aus- und Fortbildung
- Forschung
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1.2. Auftrag
Das RehabilitationsZentrum Lutzenberg hat zum Auftrag, mit suchtgefährdeten und süchtigen Menschen beiderlei Geschlechtes, die freiwillig eintreten oder von den zuständigen Behörden des strafrechtlichen Massnahmenvollzugs oder von Vormundschaftsbehörden zugewiesen werden, eine umfassende Rehabilitation zu planen, umzusetzen und auszuwerten.
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1.3. Arbeitsgrundsätze
In der Arbeit mit unseren Klientinnen und Klienten wenden wir sozial- und geisteswissenschaftlich anerkannte, psychotherapeutische, sozialarbeiterische und sozialpädagogische Methoden an. Zusätzlich ermöglichen wir unseren Klientinnen und Klienten die Inanspruchnahme ergänzender psychotherapeutischer oder individuell unterstützender Behandlungsangebote, wenn diese indiziert ist. Die Grundsätze sind in unserem Leitbild festgehalten.
Aufgrund unseres Selbstverständnisses als Dienstleistungsorganisation steht bei unserer Arbeit mit interessierten Dritten der Kundennutzen im Vordergrund.
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1.4. Suchtverständnis
In unserer Arbeit stehen für uns weniger Ursachen oder Erklärungsmodelle für Sucht oder suchtähnliche Verhaltensweisen, als vielmehr das in einer durch Sucht bestimmten Lebensgestaltung erlernte Verhalten im Vordergrund.
Wir gehen davon aus, dass ein nicht mehr durch Sucht bestimmtes Leben für unsere Klientinnen und Klienten nach erfolgter Rehabilitation dann einfacher zu erreichen ist, wenn sie Drogen gegenüber abstinent sind. Wir fördern und unterstützen während der Rehabilitation diese Einstellung bei unseren Klientinnen und Klienten, sind jedoch alternativ auch stabilisierenden Substitutionsprogrammen gegenüber offen.
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1.5. Angebot und Dienstleistungen
Wir bieten unseren Klientinnen und Klienten einen Rahmen, in welchem sie während der Dauer ihres Aufenthaltes (nachfolgend Rehabilitation genannt) dazu befähigt bzw. darin unterstützt werden sollen, ihr Leben selbstverantwortlich zu gestalten. Dabei soll ein höchstmögliches Mass an Lebensqualität angestrebt werden. Deshalb bieten wir unterschiedliche Rehabilitations-Programmteile an, die von unseren KlientInnen obligatorisch oder freiwillig genutzt werden.
Für interessierte Dritte bieten wir Informationsvermittlung an, in deren Zentrum der Transfer unserer praktischen Erfahrung in die Alltags- und Erlebnisrealität steht. Ebenso beteiligen wir uns an Forschungsprogrammen, welche uns Rückschlüsse auf den Erfolg unserer Arbeit erlauben.
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1.6. Rehabilitationsziele
Das Rehabilitationsprogramm orientiert sich an Zielen, die das Erlernen folgender Fähigkeiten beabsichtigen:
- Einen Haushalt umfassend und selbständig führen zu können.
- Sich in einer geregelten Arbeitssituation erfolgreich zu bewähren.
- Über ein Netz von sozialen Kontakten zu verfügen, welches das Bedürfnis nach Nähe und Zuwendung befriedigt.
- Sein Leben ohne soziale Ausgrenzung und ohne schwerwiegende Konflikte mit dem Gesetz gestalten zu können.
- Auf den Konsum von Drogen verzichten zu können oder diesen zumindest so zu gestalten, dass er nicht lebensbestimmend wird oder zur sozialen Ausgrenzung führt.
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2. Konzept des Rehabilitations-Zentrums Lutzenberg
A. Rehabilitation
2.1. Zugänglichkeit und
Aufnahmeverfahren
Das RehabilitationsZentrum Lutzenberg steht grundsätzlich allen süchtigen oder suchtgefährdeten Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer individuellen Lebensgeschichte oder ihrer familiärer, sozialer, kultureller und ethnischer Herkunft offen. Eventuelle altersbedingte Einschränkungen der Zugänglichkeit werden im Verlauf des Aufnahmeverfahrens abgeklärt.
Das Bewerbungsverfahren stellt sicher, dass alle BewerberInnen die gleichen Voraussetzungen vorfinden. Es hat folgenden Ablauf:
a) Grundlage für ein Vorstellungsgespräch ist eine schriftliche oder telefonische Anfrage. Es wird ein Termin für eine unverbindliche Besichtigung vereinbart.
Von diesem Zeitpunkt an ist eine Begleitung in allen Fragen rund um einen möglichen Eintritt ins RehabilitationsZentrum Lutzenberg gewährleistet.
b) Mit dem Eintritt ins RehabilitationsZentrum wird das Bewerbungsverfahren abgeschlossen und die entsprechende Bereichsleitung wird zuständig für den weiteren Verlauf.
Für eine Aufnahme in die Rehabilitation müssen folgende Punkte erfüllt sein:
- eine schriftliche oder mündliche Bewerbung der Klientin/des Klienten
- das gegenseitige Einverständnis
- eine Kostengutsprache für die Tagestaxen und die anfallenden Nebenkosten
- ein von der Klientin/vom Klienten unterzeichnetes Exemplar der Hausordnung
- bei speziellen medizinischen Indikationen (z.B. Allergien, Diäten) ein Arztbericht.
- bei Minderjährigen eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten
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2.2. Eintritt und Start in die Rehabilitation
Am Anfang der Rehabilitation steht die Optimierung der Erfolgschancen, indem den Betroffenen die individuell bestgeeignete Behandlung vermittelt werden soll. Dazu finden Ressourcenerhebungen in den Bereichen Gesundheit, Sucht und Sozialumfeld statt. Fallweise werden zusätzlich standardisierte psychologische Tests durchgeführt. Ebenso wird die aktuelle Schul- und Ausbildungssituation erfasst.
Zu Beginn der Rehabilitation absolvieren die KlientInnen14-tägige Arbeitspraktika im Haushalt und in unseren internen Betrieben und fallweise wird auch eine erste Berufsabklärung durchgeführt.
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2.3. Schwerpunkte der
Rehabilitation
Neben der individuell angepassten Dauer sind vor allem einige Faktoren für einen Rehabilitationserfolg massgeblich, auf die wir besonderen Wert legen. Dies sind im Einzelnen:
2.3.1. Zusammenleben
- Soziales Lernen in der Gruppe
- Einüben persönlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten, Training von persönlichen und sozialen Kompetenzen
Durch das Zusammenleben in einer Wohngruppe stellen wir Lernfelder im gesamten hauswirtschaftlichen Bereich zur Verfügung. Dazu gehört auch, für MitklientInnen hauswirtschaftliche Arbeiten zu erledigen. Ebenso werden Übungsfelder für die erfolgreiche Bewältigung von Herausforderungen des täglichen Zusammenlebens sowie für einen selbst- und fremdverantwortlichen Umgang mit Nähe und Distanz geboten. Der Gruppe kommt dabei als unterstützendes und kritisch reflektierendes Element besondere Bedeutung zu.
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2.3.2. Bildung und Schule
- Realistische Einschätzung von
schulischen Fähigkeiten
- Aufarbeiten von schulischen Defiziten als Voraussetzung für den beruflichen Einstieg
In der zentrumsinternen Schule bieten wir die Möglichkeit, individuelle Bildungsdefizite aufzuarbeiten und die obligatorische Schulpflicht zu erfüllen. Ebenso können aufgrund individueller Vereinbarungen spezielle Bildungsprogramme, wie z.B. Stützunterricht für die Gewerbeschule oder Deutsch für Fremdsprachige, absolviert werden. Auszubildende, die extern die Gewerbeschule besuchen, erhalten zusätzliche Unterstützung bei der Erledigung ihrer Hausaufgaben und Projektarbeiten.
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2.3.3. Arbeitstraining
- Realistische Einschätzung der
persönlichen, sozialen und beruflichen Fähigkeiten
- Arbeitstraining in möglichst
realitätsnahem Umfeld in den internen Betrieben
Ein erfolgreiches Berufsleben setzt die Fähigkeit zur kontinuierlichen Leistungserbringung voraus. Dafür bieten wir in unseren internen Arbeitsgruppen, Werkstätten und Betrieben ein ideales Lern- und Übungsfeld.
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2.3.4. Berufliche Qualifikation
- Schaffen von Voraussetzungen für eine berufliche Wiedereingliederung oder den Wiedereinstieg in den angestammten Beruf
- Lehrstellenangebote
Die internen Betriebe und die enge Zusammenarbeit mit Gewerbe und Wirtschaft im Einzugsgebiet des RehabilitationsZentrum Lutzenberg bieten nicht nur die Voraussetzung für ein realitätsnahes Arbeitstraining, sondern auch für die Erarbeitung persönlicher Qualifikation im beruflichen Bereich.
So bietet das RehabilitationsZentrum Lutzenberg auch Lehrstellen für verschiedene Berufe an. Durch die intensive Zusammenarbeit mit dem Umfeld schaffen wir für unsere Klientinnen und Klienten die nötigen Rahmenbedingungen, um sich auch ausserhalb unseres Zentrums beruflich qualifizieren zu können.
Interne Lehre:
Intern sind folgende Ausbildungen möglich:
Bäckerei:
-
Bäcker/in-Konditor/in EBA
- Bäcker/in-Konditor/in EFZ
Gartenbau:
-
Gärtner/in EBA
-
Gärtner/in EFZ
Haushalt:
-
Hauswirtschaftsjahr
- Fachmann/-frau Hauswirtschaft EBA
- Fachmann/-frau Hauswirtschaft EFZ
Laden:
-
Detailhandelsassistent/in EBA
-
Detailhandelsassistent/in EFZ
Verwaltung:
-
Kaufmann/-frau
Werkstatt:
-
Fachmann/-frau Betriebsunterhalt
Hausdienst EFZ
Lehre im Ausbildungsverbund:
Eine Lehre im Ausbildungsverbund bedeutet, dass das RehabiliationsZentrum Lutzenberg mit Genehmigung des kantonalen Amtes für Berufsbildung als Lehrbetrieb gilt und eng mit einem oder mehreren Gewerbebetrieben in der Region als Ausbildungsbetrieb des Klienten/der Klientin zusammenarbeitet. Damit können weitere Berufswünsche der Klient/innen berücksichtigt werden. Auszubildende arbeiten dabei monatlich alternierend im Zentrum und im entsprechenden Ausbildungsbetrieb. So können auch sozial- und psychotherapeutische Anliegen im nötigen Umfang weiter bearbeitet werden.
Lehre in einem externen Betrieb:
Bei dieser Form liegt die Ausbildungsverantwortung beim Lehrmeister des externen Betriebes.
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2.3.5. Berufsberatung und findung
- Erarbeitung einer persönlichen
Berufsperspektive
- Absolvieren von mehrwöchigen
Praktika im Zentrum oder in Betrieben in der Region
Zur Abklärung beruflicher Wünsche, Möglichkeiten und Fähigkeiten sowie zur Erarbeitung persönlicher Berufs- und Arbeitsperspektiven besteht die Möglichkeit zur Inanspruchnahme einer Berufsberatung. Arbeitspraktika und –einsätze (intern oder extern) unterstützen die KlientInnen auf ihrem Weg zur Berufsfindung.
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2.3.6. Teilnahme am gesellschaft-lichen Leben
Mit einer Mischung von strukturierten (Vereinsbesuch) und offenen (Ausgang und Urlaub) Angeboten streben wir eine erfolgreiche Gestaltung des sozialen Umfeldes an.
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2.3.7. Spezielle Dienstleistungen
Um den individuellen Bedürfnissen und Erfordernissen unserer Klientinnen und Klienten bei ihrem Bemühen um ein suchtfreies Leben gerecht zu werden, bieten wir eine breite Palette spezieller Dienstleistungen an.
Neben den sozialarbeiterisch-sozialpädagogischen Massnahmen zur Schaffung einer gelingenden Rehabilitationsstruktur umfasst der Aufenthalt bei uns auch das Profitieren von beraterisch-therapeutischen Bausteinen:
2.3.7.1. Kontraktgespräche
Regelmässig finden mit der einweisenden bzw. finanzierenden Stelle oder Behörde Gespräche zur Prozessanalyse und –dokumentation statt. Dabei werden die individuellen Rehabilitationsverträge kritisch geprüft und fallweise angepasst.
2.3.7.2. Einzelgespräche
Einzelgespräche dienen der persönlichen Orientierung während des Aufenthaltes. Wir unterscheiden zwei Formen von Einzelgesprächen:
a) Sie dienen als Standortbestimmung und Wegsverlaufsmuster des Aufenthaltes. Hier werden die in den Gruppengesprächen verhandelten Zielfokussierungen fürs jeweilige Individuum operationalisiert und periodisch ausgewertet. Dabei hat das Ganze einen Kontraktcharakter, d.h. Abmachungen sind für beide Seiten verbindlich.
b) Die zweite Form von Einzelgesprächen orientiert sich an den momentanen Problemen und Sorgen der KlientInnen. Sie folgen keiner klaren Struktur und dienen der fortlaufenden Alltagsbewältigung.
2.3.7.3. Gruppengespräche
Sie dienen dazu, relevante Sinnkonstruktionen des Alltags zu erarbeiten. Grundsätzlich wird an Themen des jetzt gelebten Alltags - perspektivisch in Richtung Lebensbewältigung ohne gravierende Suchtmittelabhängigkeit - gearbeitet.
2.3.7.4. Systemisch-lösungsorientierte Therapiegespräche
Hier geht es darum, ein vorhandenes Problem einer klaren Lösung zuzuführen. So wird die Eigenverantwortung der KlientInnen bei der Formulierung konstruktiver Perspektiven nicht nur gefordert, sondern auch aktiv unterstützt.
2.3.7.5. Familienberatung und therapie
Es besteht die Möglichkeit, dass unsere Familientherapeuten mit den Familien der KlientInnen beraterisch arbeiten. Dabei soll die Familie die positive Kraft der Veränderung eines ihrer Mitglieder adaptieren und aktiv unterstützend begleiten. Ebenso können zentrale, als belastend erlebte Fragen wie z.B. Versagen, Schuld und Scham besprochen werden.
2.3.7.6. Externe Psychotherapie
Wir arbeiten mit externen PsychotherapeutInnen zusammen, welche von unseren KlientInnen auf Wunsch zur Unterstützung des Rehabilitationsprozesses beigezogen werden können. Dabei steht vor allem die Bearbeitung traumatischer Erlebnisse im Vordergrund, welche aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht in der Gruppe geschehen soll.
2.3.7.7. Deliktbearbeitung
Drogenkonsum geht oft mit straffälligen Verhaltensweisen und Kriminalität einher. Studien zeigen, dass bis zu 78% der Drogenabhängigen mindestens einmal in U-Haft und/ oder in Strafhaft waren. Es ist schwierig zwischen Ursache und Wirkung zu unterscheiden, ob Drogengebrauch zu Kriminalität oder Kriminalität zu Drogengebrauch führt. Es kann auch sein, dass Drogenkonsum und Kriminalität der gemeinsame Ausdruck einer devianten Lebensein-stellung sind.
Es ist uns wichtig, dass unsere KlientInnen nach der Rehabilitation ein Leben ohne soziale Ausgrenzung und ohne schwerwiegende Konflikte mit dem Gesetz gestalten können. Unterstützend bieten wir dafür Deliktgespräche an. Ziel ist die Minimierung des Risikos, wieder kriminell zu werden. Dazu werden in den Gesprächen der individuelle Zusammenhang zwischen Drogenkon-
sum und Kriminalität berücksichtigt, deliktfördernde Kognitionen und Emotionen aufgedeckt und eine Sensibilisierung der KlientInnen für Risikofaktoren und –situationen angestrebt sowie die kognitiven und emotionalen Folgen der Delikte für die Opfer und das soziale Umfeld der KlientInnen nacherlebbar gemacht.
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2.3.8. Sport
Es wird interner Sportunterricht angeboten. Auf Wunsch können zusätzlich Sportvereine in der Umgebung besucht werden. Periodisch finden erlebnis-pädagogische Angebote statt.
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2.3.9. Freizeitgestaltung
Als Grundbedingung für eine erfolgreiche Rehabilitation betrachten wir die Fähigkeit, die Freizeit aktiv, sinnvoll und nicht primär konsumorientiert zu gestalten. Wir bieten die dafür nötigen Lernfelder.
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2.3.10. Geschlechtsspezifische
Angebote
Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass durch den Konsum psychoaktiver Substanzen und dem damit verbundenen Lebensfeld oftmals Rollenmuster zementiert worden sind, welche das Erreichen von genügend Lebensqualität erschweren, bieten wir Unterstützung für die Bearbeitung geschlechtsspezifischer Fragestellungen.
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2.3.11. Zusammenarbeit mit
Angehörigen
Da der Drogenkonsum die Beziehung zu den unmittelbaren Angehörigen oft stark geprägt hat und häufig Fragen von Schuld und Schuldzuweisung die Beziehungen bestimmen, legen wir Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit den Familien und Angehörigen unserer Klientinnen und Klienten. Eine Klärung offener Fragen und die Entwicklung von Perspektiven für die Gestaltung des Familienlebens können dabei mitentscheidend sein für eine erfolgreiche Rehabilitation. Wir bieten hier Unterstützung, auch wenn Familienberatung oder –therapie nicht gewünscht werden.
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2.3.12. Medizinische Betreuung
Die freie Arztwahl ist gewährleistet. Für ärztliche Dienstleistungen steht in der Regel der Zentrumsarzt zur Verfügung. Dieser organisiert auch die Zuweisung an Spezialärzte oder -ärztinnen.
Intern bieten wir periodisch Informationsveranstaltungen zu Themen wie Gesundheit, Infektionskrankheiten, Hygiene, Sexualität, Alkoholmissbrauch usw. an.
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2.4. Wohnexternat
Die Konfrontation mit der wahrscheinlichen Wohnrealität wird während des Rehabilitationsprozesses mit einem möglichst realitätstreuen Modell durchgespielt und erprobt. Während einer individuell festgesetzten Frist wohnt der oder die in Frage kommende KlientIn in einer durch das RehabilitationsZentrum angemieteten und möblierten Wohnung in der Region. Durch den Wegfall der innerhalb im RehabilitationsZentrum üblichen Kontrollmechanismen erkennt der/die KlientIn, wie er oder sie auf die neuen Rahmenbedingungen reagiert. Durch diese Form von "Einsamkeitstraining" sollen Muster für deren Bewältigung erkannt werden. Die Frage, ob er oder sie schon für einen Austritt gerüstet ist, wird zentral. Die Förderung der Selbständigkeit und vor allem die Stärkung der sozialen Kompetenzen ausserhalb des RehabilitationsZentrums Lutzenberg gelten als zentrale Ziele.
Nach dem Aufenthalt im Wohnexternat ist eine Rückkehr ins RehabilitationsZentrum Lutzenberg vorgesehen. Die Auswertung über die Alltagsgestaltung ausserhalb mehr oder weniger festen Strukturen gibt Auskunft darüber, ob das ordentliche Austrittsverfahren in die Wege geleitet werden kann oder nicht.
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2.5. Austritt
Ein Austritt aus der Rehabilitation erfolgt in der Regel im gegenseitigen Einverständnis. Der Zeitpunkt des Austrittes wird mit der Klientin/dem Klienten individuell vereinbart, wobei rechtliche Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.
Grundsätzlich legen wir Wert auf das Ergebnis unserer langjährigen Forschungstätigkeit. Dieses belegt, dass ein längerer Aufenthalt die Chancen einer erfolgreichen Rehabilitation deutlich erhöht. Daher ist eine zeitliche Limitierung des Aufenthaltes im RehabilitationsZentrum Lutzenberg in der Regel nicht vorgegeben, sondern wird individuell und in Rücksprache mit dem Kostenträger angepasst.
Vor dem Austritt müssen die Wohn- und Arbeitssituation nach der Rehabilitation sowie die Modalitäten der Nachbetreuung geklärt sein.
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2.6. Nachbetreuung
Die Nachbetreuung wird mit externen Fachstellen organisiert. Dazu finden schon vor dem Austritt die nötigen Gespräche statt.
Ebenfalls ist eine von uns durchgeführte Nachbetreuung möglich. Dabei bieten wir ein mehrstufiges Nachbetreuungsmodell an.
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B. Weitere Dienstleistungen
2.7. Information und Öffentlich-keitsarbeit
Wir kommunizieren unser Dienstleistungsangebot aktiv, frei und transparent.
Die aktive Öffentlichkeitsarbeit hilft mit, für unsere Klientinnen und Klienten die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um sich ausserhalb unseres Zentrums erfolgreich integrieren zu können. Dabei stehen für uns folgende Instrumente im Vordergrund:
- Jahresbericht: Dieser wird breit gestreut und auch via Homepage erhältlich. Er enthält neben allgemeinen Angaben zum Zentrumsbetrieb auch Angaben zur finanziellen Situation, der Belegungsstatistik und den Personalspiegel.
- Elektronischer Newsletter: Im Jahr gibt es drei bis vier Ausgaben mit aktuellen Informationen.
- Quartierladen: Wir betreiben für die Dorfbevölkerung einen Lebensmittelladen, in dem alle Güter des täglichen Bedarfes erhältlich sind. So fördern wir den Kontakt mit unseren Nachbarn. Im Laden integriert ist ebenfalls die Postagentur der Gemeinde Lutzenberg.
- Interne Gewerbebetriebe: Unsere Bäckerei, unsere Landschafts-
gärtnerei und die Werkstatt bieten nicht nur Lehr- und Arbeitsplätze für unsere Klientinnen und Klienten, sondern liefern Produkte in professioneller Qualität. Dadurch werden viele wertvolle Kontakte hergestellt.
- Zentrumsbesichtigungen: Unser Zentrum steht Interessierten gegen Voranmeldung zur Besichtigung offen.
- Teilnahme von Mitarbeiter/-innen an öffentlichen Informationsveran-
staltungen: Auf Anfrage nehmen wir an gesellschaftspolitischen Veranstaltungen zum Thema "Sucht" teil und stellen unsere Erfahrungen und unser Fachwissen zur Verfügung.
- Medienarbeit: Wir legen Wert auf kontinuierliche und transparente Berichterstattung über unsere Tätigkeit in den Medien.
- Homepage:
Unter www.reha-lutzenberg.ch finden sich die relevanten Vorgabedokumente, alle Information rund um das Bewerbungsverfahren, aktuelle Publikationen und Medienbericht-
erstattungen sowie eine Wegbeschreibung.
- Publikationen: Wir veröffentlichen Beiträge und Berichte in Fachzeitschriften.
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2.8. Aus- und Fortbildung
- Ausbildungsplätze für Praktikantinnen und Praktikanten: Wir bieten angehenden Fachleuten Praktikumsplätze an. Davon versprechen wir uns auch Anregungen für die Weiterentwicklung unserer Arbeit.
- Ausbildung: Wir gestalten auf Anfrage Unterrichtseinheiten zu den Themen "Sucht", "Suchttherapie" und "Familienberatung" für diverse Ausbildungsinstitutionen oder berichten über unsere Arbeit.
- Fortbildung: Interessierten Fachleuten verschiedener Bereiche (Sozial- und Gesundheitswesen, Justiz, Behörden, Polizei, Polizeischule) bieten wir einen Theorie-Praxis-Transfer in unserem Zentrum.
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2.9. Forschung
Aus der Teilnahme an Forschungen und der Mitarbeit in entsprechenden Forschungs-projekten resultieren für uns Daten, die uns bei der permanenten Weiterentwicklung unserer konzeptionellen und strategischen Orientierung unterstützen. Ebenso ermöglichen sie uns eine Erfolgskontrolle aufgrund wissenschaftlich erhobener und ausgewerteter Daten.
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Stand: November 2011